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Newsletter Nr. 1 - Herbst 2007

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

herzlich willkommen zur ersten Ausgabe unseres Newsletters. Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserem Leonardo da Vinci Projekt „Kinder orientiertes Catering - Transnationale Entwicklung und Erprobung neuer Lerninhalte und –methoden für Hauswirtschaft und Kinderbetreuung“.

 

Zukünftig möchten wir Sie mit unserem Newsletter über Neuigkeiten, Aktivitäten und Ergebnisse der laufenden Projektarbeit informieren. Die beteiligten europäischen Projektorganisationen berichten über ihre Aktivitäten im Bereich der gesunden Ernährung für kleine Kinder. Länderspezifische Informationen, Tipps und Links ergänzen das Angebot.

 

Das europaweite Projekt „Kinder orientiertes Catering“ wird im Rahmen des Programms Leonardo da Vinci der Generaldirektion Bildung und Kultur mit Mitteln der Europäischen Union mit einer Laufzeit von 24 Monaten von Oktober 2006 bis September 2008 gefördert.

 

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Neues vom Projekt

Die Projektgruppe auf dem Weg zum gemeinsamen Abendessen

Im Juni 2007 trafen sich die Projektpartner zu ihrem zweiten gemeinsamen Arbeitstreffen in Cawsand / Großbritannien. Schwerpunkt der Arbeit war die Festlegung der genauen Inhalte und des Aufbaus der Qualifizierungsmodule, die während der Projektlaufzeit entwickelt werden. Die Einbettung der Module in ein pädagogisches Rahmenkonzept wurde diskutiert und die konkreten Aufgaben zur Materialentwicklung an die beteiligten Partner verteilt. In enger zeitlicher Nähe zur Entwicklung werden die Qualifizierungsmodule bei den Projektpartnern in der Praxis mit verschiedenen Zielgruppen erprobt und bei Bedarf angepasst. Die ersten entwickelten Materialien werden dann ab Ende 2007 über die Internetseite www.choca.eu verfügbar sein, um sie in der Aus- und Weiterbildung einsetzen zu können.

 

Mehr Informationen zum Projekt

 

 

Übergewicht im Kindesalter – zunehmend ein europäisches Problem

Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) stellen ein „zunehmendes“ Problem unserer Gesellschaft dar und das bereits im Kindesalter. Zahlen verschiedener Untersuchungen belegen diese Entwicklung.

 

Die Zahl der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen in Europa wird auf 14 Millionen geschätzt, davon sind ca. 3 Millionen adipös (Childhood Obesity Report, 2004). Neueste Daten aus Deutschland verdeutlichen neben dem Zuwachs der übergewichtigen Kinder einer Altersgruppe einen Anstieg des Übergewichts mit steigendem Alter der Kinder und Jugendlichen (KiGGS - Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, 2007). Auffällig ist dabei, dass Kinder aus sozial schlechter gestellten Familien und Kinder mit Migrationshintergrund häufiger übergewichtig sind. Auch Kinder, deren Mütter unter Übergewicht oder Adipositas leiden, sind häufiger betroffen.

 

Auf der Suche nach den Ursachen von Übergewicht und Adipositas lassen sich die in den letzten Jahren drastisch veränderten Lebens- und Umweltbedingungen der Industriegesellschaft anführen: Ein vermehrtes Verkehrsaufkommen und zunehmende Verstädterung schränken den Bewegungsraum und das „freie“ Spiel der Kinder ein. Wege zum Kindergarten und zur Schule werden mit dem Auto gefahren. Ein größeres Medienangebot führt dazu, dass Kinder viel Zeit vor dem Fernseher oder Computer verbringen. Kinderlebensmittel und andere Fertigprodukte werden in den Medien stark beworben. Ein reiches und überall verfügbares Nahrungsangebot verlockt zum Kauf und Verzehr. Portionen werden größer und die verzehrten Mengen an hochkalorischer Kost (z.B. Fast Food) steigen.

 

Letztendlich führt ein Zuviel an energiereichen Lebensmitteln in Kombination mit zu wenig körperlicher Bewegung zu einer positiven Energiebilanz, die dann langfristig Übergewicht zur Folge hat. So führt ein täglicher Überschuss von 120 kcal (z.B. enthalten in 0,3 l Apfelsaft, 150 ml Vanillemilch oder 35 g Gummibärchen) zu einer Gewichtszunahme von 5 kg in einem Jahr.

 

Aufgrund sich verändernder Lebensbedingungen haben sich auch Esskultur und Essgewohnheiten der Menschen und Familien geändert. Viele Kinder dürfen vor dem Fernseher essen und kennen keine gemeinsamen und regelmäßigen Mahlzeiten mit der Familie mehr. Bei der Zubereitung der Mahlzeiten wird vermehrt auf Fertigprodukte zurückgegriffen. Mit den gesellschaftlichen Veränderungen geht der Verlust von Wissen über Ernährung, Nahrungsmittel und deren Zubereitung einher. Oft wird der Esstisch als Stresstisch erlebt, da die Zeit und Atmosphäre zum entspannten Umgang mit Essen und Trinken fehlt.

 

Einstellungen und Verhaltenweisen werden im Kindesalter entwickelt und oft ein Leben lang beibehalten. Da unter diesen Voraussetzungen die Wahrscheinlichkeit, in der Kindheit erworbenes Übergewicht lebenslang zu behalten, sehr hoch ist, kommt der Übergewichtsprävention im Kindesalter eine besondere Bedeutung zu. Kleine Kinder werden zunehmend in öffentlichen oder privaten Kinderbetreuungseinrichtungen betreut und auch verpflegt. Die Qualität der Verpflegung außerhalb des Elternhauses rückt somit verstärkt in den Fokus, wenn es um gesundes Ernährungsverhalten geht. Eltern, pädagogisches und hauswirtschaftliches Personal der Betreuungseinrichtungen können entscheidend dazu beitragen, dass Kinder lernen, richtig zu essen und einen gesundheitsbewussten Lebensstil auszubilden. Projekte und Angebote von Multiplikatoren der Ernährungsbildung befassen sich inzwischen verstärkt mit der Zielgruppe Kindergartenkind. Die Zukunft wird zeigen, ob das Engagement reicht den Zuwachsraten übergewichtiger Kinder entgegen zu wirken.

Lesetipps

Kurth B.-M., Schaffrath Rosario A., Die Verbreitung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland, Ergebnisse des bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) Ernährung 5, 2007:213-219, www.kiggs.de

 

International Obesity Task Force (IOTF): Childhood Obesity Report, Mai 2004, www.iotf.org/childhood

 

Einen Download von Präsentationsfolien "Overweight and obesity in children" von Prof. Dr. Helmut Heseker, Universität Paderborn finden Sie hier.

 

Christiane Hoffmann, Universität Paderborn

 

 

Gesunde Ernährung für Kinder – ein Thema für die Aus- und Weiterbildung in Deutschland

Anlässlich dreier großer regionaler Veranstaltungen nutzten die deutschen Partner die Möglichkeit, das Projekt „Kinder orientiertes Catering“ einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

 

Auf dem „100%-AWO-Fest“ der Arbeiterwohlfahrt Ennepe-Ruhr konnten Besucherinnen und Besucher verschiedene Gemüse- und Obstsorten probieren und benennen. Auffällig war, dass der Geschmack häufig bekannt war, aber die Namen der Gemüse nicht zugeordnet werden konnten, so Birgit Kleemann, Ökotrophologin bei der AWO.

 

 

Projektkoordinatorin Katrin Schürmann im Radiointerview beim Tag der offenen Tür der Berufsbildungsstätte Westmünsterland in Ahaus
Berufsorientierungsmesse 2007 im Berufskolleg Lise Meitner in Ahaus: Schülerinnen der Hauswirtschaft vor ihrem Smoothie-Stand. Einen ausführlichen Bericht zur Vorstellung des Projektes können Sie hier lesen.

LECKER! – Regionales Projekt zur Förderung der gesunden Verpflegung in Kinderbetreuungseinrichtungen

Der luxemburgische Projektpartner Confédération Caritas Luxembourg verknüpft seine Arbeit im Projekt mit der Umsetzung des EU LEADER-Projektes „LECKER! - Schmackhafte, regionale, ökologische, saisonale und gesundheitsfördernde Verpflegung in Kinderbetreuungseinrichtungen im Miserland/Luxemburg“.

 

Im Januar 2007 fiel der Startschuss für ein Pilotprojekt der Confédération Caritas Luxembourg und dem Oeko-Zenter Lëtzebuerg zur Förderung der gesunden Verpflegung in Kinderbetreuungsstrukturen. Gemeinsam mit drei „Maison Relais“, luxemburgischen Einrichtungen zur außerschulischen, flexiblen Ganztagsbetreuung für Kinder von 3 Monaten bis 12 Jahren, wird ein neues Verpflegungskonzept entwickelt und erprobt. Ziel ist es, verstärkt regionale Lebensmittel der „Lëtzebuerger Musel“ in Großküchen der Region zu verarbeiten und zur Verpflegung anzubieten.

 

Als Beitrag zur Qualitätssicherung in den Maison Relais Caritas wird das neue Verpflegungskonzept sowohl die Integration von Lebensmitteln aus der regionalen Landwirtschaft der Moselgegend in den alltäglichen Speiseplan der Maison Relais als auch ein begleitendes, pädagogisches Konzept beinhalten. Eine umfassende Ernährungsbildung soll helfen, gesundheitsfördernde Verhaltensweisen bereits im Kindesalter zu prägen und die Kinder auf kindgerechte Art und Weise an eine gesunde Esskultur heranzuführen. Natur und Umwelt, die natürliche Nahrungskette sowie das Wissen um die regionale Herkunft der Lebensmittel sind immer weniger präsent im Leben der Kinder. Sie sind jedoch die Basis für ein gesundes Aufwachsen und eine nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft.

 

Bei der Auswahl der Lebensmittel für den neuen Speisenplan wird neben der Regionalität auch dem kontrolliert ökologischen Anbau sowie der Saisonalität der Produkte ein wichtiger Stellenwert eingeräumt. Vorrangig soll bei den Kindern das Bewusstsein für regionale Produkte (Anbauweise und Ernte, Aufzucht), Saisonalität von Obst und Gemüse, Umweltschutz sowie sozioökonomische Aspekte und Nachhaltigkeit geschaffen werden. Das Angebot wird abgerundet werden durch fair gehandelte Produkte (z.B. Orangen(-saft), Bananen, Schokolade, Kakao), um auch sozialen Aspekten gerecht zu werden.

 

Über die gesunde Verpflegung hinaus wird ein erster Schritt in Richtung eines Konzeptes zum betrieblichen Umweltschutz gemacht werden. Hierfür wird u.a. ein Leitfaden mit einfach umzusetzenden, also praktikablen Umweltschutzmaßnahmen für die jeweiligen Häuser erarbeitet. Die Themen reichen von „ökologischer Einkauf“ über „Abfallvermeidung“ bis hin zu „Energie und Wasser einsparen“.

 

Zur praktischen Umsetzung und Erprobung der gewonnenen Erkenntnisse werden im Rahmen eines „Regionalitätsmonats“ verschiedene Aktivitäten und Veranstaltungen für Kinder, Eltern und ErzieherInnen rund um das Thema „Kochen mit Produkten aus der Region“ angeboten. Selbstverständlich wird während des gesamten Monats nach der erarbeiteten Menüplanung gekocht. Die Aktivitäten des Regionalitätsmonats zielen darauf ab, das Bewusstsein der Zielgruppen – ErzieherInnen, Köchinnen und Köche, Kinder und Eltern – für ihre natürliche und soziale Umwelt zu steigern und neue Kontakte entstehen zu lassen. Das Kinderrestaurant der Maison Relais wird zum Treffpunkt ausgebaut und der Austausch der Produzenten wird gepflegt.

 

Sie möchten mehr über das Projekt wissen:

Confédération Caritas Luxembourg

Danielle Schronen

Telefon: 00352 402131 – 255

www.caritas.lu

Die Kita-Maus – Kindertagesstätte bekommt eigene Brötchensorte

Das Ernährungsverhalten kleiner Kinder ist auch in der Kindertagesstätte „Am Loh“ der Arbeiterwohlfahrt Ennepe-Ruhr / Deutschland in Schwelm ein aktuelles Thema. Die Kindertagesstätte, die auf dem Weg ist, ein Familienzentrum zu werden, hat sich etwas Besonderes ausgedacht, um gesundes Essen bei ihren Kitakindern zu unterstützen.

 

Da viele Eltern beim Bäcker in der Nachbarschaft das Frühstück für Ihre Kinder besorgen, dieses aber oft sehr süß und fettig ist, backt die Kita „Am Loh“ jetzt gemeinsam mit dem Bäcker eine neue Brötchensorte: Die Kita-Maus! Die Kita-Maus ist ein Brötchen in Mausform und enthält Dinkelvollkornmehl. Anfang Oktober hat die Kita-Maus Premiere und kann dann – nicht nur von den Kindern der Kita „Am Loh“ - gekauft werden.

 

Um die Kita-Maus interessanter für Kinder zu machen, hat eine Mitarbeiterin der Kita eine Geschichte über eine kleine Maus namens Elly geschrieben. Darin wird die kleine Maus Elly von Kita-Kindern nach einer Verletzung gepflegt und natürlich auch gesund ernährt.

 

Ziel dieser Projektidee ist es, ErzieherInnen und MitarbeiterInnen der Kita sowie den Eltern Anregungen zu geben, wie sie eine gesunde Ernährung auch schon bei kleinen Kindern unterstützen können. Die Erwachsenen haben durch das neue Produktangebot beim täglichen Gang zum Bäcker jetzt die Wahl, sich ganz bewusst für das gesunde Brötchen zu entscheiden. Die regionale Presse berichtet über diese Aktion, damit auch andere Kinder, Eltern und ErzieherInnen von dieser Idee profitieren können. Nachahmung ist bei dieser Idee erwünscht!

 

Sollten Sie Fragen zum Thema haben, stehen Ihnen die MitarbeiterInnen der Kita „Am Loh“ gerne zur Verfügung! www.awo-en.de

(AWO für Kinder+Familie/Schwelm/Am Loh)

 

Die komplette Geschichte von Elly, der Kita-Maus, finden Sie hier.

 

Birgit Kleemann, Arbeiterwohlfahrt Ennepe-Ruhr

 

 

Kinder der Kita "Am Loh" mit der neuen Brötchensorte und dem Bäcker, der sie herstellt.

Ein Starkoch als Cartoonfigur

Der berühmte britische Koch Jamie Oliver wird die Hauptfigur in einer neuen Zeichentrickreihe, die die Macher von Wallace und Gromit (Aardman Animations) zur Zeit umsetzen. Wie in einer Pressemitteilung von Aardman Animations zu lesen ist, wird Jamie Oliver als 10 Jahre alte Version seiner Selbst, genannt Little J, gezeigt, wie er auf dem Weg ist, ein Starkoch zu werden. Dabei unterstützen ihn Charaktere wie ein depressiver Schinken und ein verrückter Wissenschaftler namens Eggs Benedict.

 

„Ich will jüngeren Kindern auf lustige Art etwas übers Kochen beibringen“, sagte Jamie Oliver. „Ich kann gar nicht sagen, wie verrückt ich auf das Thema Kinder und Essen bin.“ Geplant seien zunächst 52 jeweils elfminütige Episoden, die vor allem Kinder von sieben bis elf Jahren begeistern sollen.

 

Sowohl für Aardman Animations als auch Jamie Oliver sei schnell klar gewesen, „dass die Sendung sehr komisch sein muss, um Kinder für gesundes Essen zu begeistern, sogar Rosenkohl“, so Miles Bullough von Aardman Animations. Es ist noch nicht klar, welcher Sender die Serie ausstrahlen wird.

 

Quelle: www.aardman.com

 

 

Internationale Kampagne „5 am Tag“

Die Kampagne „5 am Tag“ hat sich zum Ziel gesetzt, die Gesundheit der Bevölkerung durch einen gesteigerten Verzehr von Obst und Gemüse zu verbessern. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen täglich fünf Portionen Obst und Gemüse auf ihrem Speiseplan stehen haben.

 

„5 am Tag“ in Deutschland, „Five a day“ in Großbritannien, “Obst mal 5” in Österreich oder „Fukt & grönt varje gång du äter“ in Schweden, jedes Land hat seinen eigenen Slogan. In immer mehr europäischen Ländern gibt es mittlerweile die Gesundheitskampagne. Vorbild für die europäischen Kampagnen ist die Initiative „5 a day – for better health“ des National Cancer Institute in den USA und Kanada gewesen, die in den 90er Jahren startete. In allen 8 europäischen Ländern, die sich am Leonardo da Vinci Projekt „Kinder orientiertes Catering“ beteiligen, gibt es nationale „5 am Tag“-Initiativen.

 

Hier finden Sie eine Übersicht der nationalen Kampagnen in unseren Partnerländern:

 

Deutschland: 5 am Tag www.5amtag.de

 

Luxemburg: im Rahmen der Kampagne “Gesond Iessen Méi Bewegen“ www.gouvernement.lu/salle_presse/actualite/2006/07/05gesond_iessen/index.html

 

Niederlande: 2+2 www.groentenenfruit.nl

 

Österreich: Obst mal 5 www.5xamtag.at

 

Schweden: Fukt & grönt varje gång du äter www.fruktogront.se

 

Ungarn: Hungarian Fruit and Vegetable Board www.fruitveb.hu

 

Großbritannien: go for 5 a day www.5aday.nhs.uk

 

Auf einigen der nationalen Internetseiten finden sich Tipps und Materialien für die Zielgruppe der Kinder. Sie geben Anregungen, wie Kinder spielerisch an den regelmäßigen Verzehr von Obst und Gemüse herangeführt werden können , und liefern Hintergrundinformationen zur Kampagne.

 

 

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